Dienstag, 23. Mai 2017

Auf der Suche nach dem Rennglück

HC Rennen in Obertraun (AUT)
Nach meiner Rennpause in Folge meines Sturzes in Haiming und der damit verbundenen Ellbogen-OP brauchte ich ein Rennen, um mich vor dem ersten Weltcup wieder in den Rennmodus zu bringen. Da kam mir das HC Rennen in Obertraun mit seiner sehr technischen Strecke gerade recht. Die Rennfreien Wochen hatte ich auf der Strasse sehr gut trainiert und ich fühlte mich bereit.

Am Start standen einige Top-Fahrer und es sollte ein guter Gradmesser für mich sein. In den ersten beiden Runden war ich noch nicht so locker und eher vorsichtig unterwegs. Ich spürte die fehlenden Kilometer im technischem Gelände. Dadurch verlor ich einige Zeit auf die Spitze und die direkten Verfolger. Doch mit jeder Runde lief es besser und ich klammerte mich auf dem 9. Rang fest.

Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion

In der letzten Runde versuchte ich nochmals richtig zu pushen um möglichst den vor mir liegenden Fahrer einzuholen. In einer Abfahrt war dies dann zu heftig und ich holte mir einen platten Hinterreifen. Dadurch fiel ich leider auf den 14. Rang zurück und vergab wichtige Weltranglistenpunkte. Trotzdem hat sich das Rennen auf der tollen Strecke gelohnt und so fuhren wir anschliessend mit dem Team weiter nach Nove Mesto.


Weltcup Nove Mesto (CZE)
In der Woche vor dem Rennen konnten wir uns in Tschechien gut erholen und professionell auf den Weltcup vorbereiten. Ich freute mich riesig auf das Rennen, das ich mit der ungewohnt tiefen Startnummer 45 im Feld von 152 Fahrern aus 34 Nationen in Angriff nehmen konnte.

Vor dem Start war ich dann sehr nervös. Ich wusste, dass die Startrunde mit einer sehr langen und breiten Anfangsphase extrem wichtig sein würde für den weiteren Rennverlauf. Doch bereits nach dem Startschuss verhakte ich mich mit einem Fahrer neben mir. Wenig später stürzte ein anderer Fahrer vor mir und bremste mich abermals aus. Den Rest der Startrunde powerte ich was möglich war und konnte so den Schaden mit dem 57. Zwischenrang in Grenzen halten.

Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion

Foto: Thomas Weschta / EGO-Promotion

Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion

In den folgenden beiden Runden konnte ich mich kontinuierlich nach vorne arbeiten, blieb dann jedoch etwas hängen, weil die Gruppe nicht so recht harmonierte. In der dritten Runde kam dann eine schnelle Gruppe von hinten in der ich Unterschlupf fand. Doch die Freude hielt nicht lange an. In einer technischen Passage erlitt ich einen Reifendefekt am Vorderrad und das Rennen war gelaufen. Der enttäuschende 72. Rang ist nicht das wofür ich täglich hart arbeite.

Zum Glück bleibt mir nicht viel Zeit zum grübeln. Bereits am kommenden Samstag findet der nächste Weltcup im deutschen Albstadt statt. Das Streckenprofil gefällt mir sehr und ich hoffe, dass nach drei Rennen mit Reifendefekten das Rennglück wieder mal auf meiner Seite ist.

Montag, 24. April 2017

Never give up!

Für den zweiten Lauf des Swiss Bike Cups im österreichischen Haiming habe ich mir einiges vorgenommen. Bereits über die Ostertage haben wir unser Team-Trainingslager in Haiming verbracht, an unserer Technik gefeilt und die Strecke unter verschiedensten Bedingungen getestet.

Hammer Trails in Haiming! (Foto: Jürgen Grünwidl)

Die Strecke in Haiming ist bespickt mit Trails. Eigentlich super toll zu fahren doch bei einem Feld von rund 80 Fahrer führt dies bei der Einfahrt in diese Trails unweigerlich zu einem riesigen Stau. Um dies zu vermindern erfolgte der Start rund einen Kilometer entfernt auf einer breiten Teerstrasse. Da ich von früheren Teilnahmen wusste, dass trotz dieser Massnahme ein Stau entsteht (gemäss Aussagen von anderen Fahrern standen die Letzten in diesem Jahr rund drei Minuten an) und einem aus den Top-Platzierungen wirft, ging ich den Start sehr aktiv an. Nach ein paar Metern Bummeltempo gab ich gas. Sofort nahm auch das Feld Tempo auf und heftete sich an meine Fersen. Ohne zu überziehen steigerte ich vor den ersten, engeren Passagen weiter das Tempo und kam so ohne Probleme gut positioniert auf die eigentliche Strecke.

Nach dem Start... (Foto: Thomas Weschta / EGO-Promotion)

Nach etwa der Hälfte der ersten Runde lag ich auf Rang 8 nicht weit hinter der Spitze. Meine Beine drehten super und ich war von dem guten Start hoch erfreut. Doch plötzlich merkte ich, wie mein Vorderreifen Luft verlor und ich wusste, dass ich in der nächsten Tech-Zone ein neues Rad holen musste. Je länger die Runde dauerte, desto schwieriger wurde es. Ich wollte unbedingt meine gute Platzierung halten um nach dem Radwechsel wieder weiter um einen Top 10 Platz kämpfen zu können. Bei der Einfahrt in die letzte, steile Passage puffte dann die letzte Luft aus dem Reifen. Mit allen Mitteln versuchte ich mich auf dem Bike zu halten doch am Schluss des Downhills stürzte ich heftig.

Das tat weh... (Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion)

Mit schmerzendem Ellbogen fuhr ich zur Tech-Zone und holte ein neues Rad. Leider gab es bei der Montage Probleme wodurch ich rund 40 Ränge nach hinten gespült wurde. Obwohl ich kaum einen Bidon halten konnte, war aufgeben für mich keine Option. Also machte ich mich auf die Verfolgung und kämpfte mich über weitere fünf Runden nach vorne. Unglaublich viele Anfeuerungsrufe vom Streckenrand unterstützten mich dabei.

Trotz Schmerzen ging es immer besser. (Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion)

Leider reichte es nur zu einem enttäuschenden 32. Rang. Ich fühlte mich so gut heute und habe mich auf einen Kampf in den vorderen Rängen gefreut.

Statt einen Platz auf dem Podium wartete für mich ein Platz im Sanitätszelt. Von dort ging es dann gleich weiter in die nahegelegene Sportklinik, wo ich noch am selben Abend unter Vollnarkose am Ellbogen operiert wurde.

OP gut überstanden!

Nun gibt es ein paar Tage ruhe. Leider fällt dadurch die Teilnahme am Rennen in Heubach ins Wasser. Für das erste Weltcup Rennen in Nove Mesto sollte ich je doch wieder fit sein.



Dienstag, 11. April 2017

Start in die Proffix Swiss Cup Serie

Letztes Wochenende ging es los mit der Swiss Cup Serie in Rivera. Das Rennen vor einer Woche im italienischen Montichiari hatte ich ausgelassen und dafür seit dem Rennen in Niederhelfenschwil nochmals richtig gut und hart trainiert.

Am Samstag war noch Fotoshooting angesagt :-) (Foto: Jürgen Grünwidl)

Das Training am Samstag auf der staubtrockenen Strecke lief perfekt und die Beine wirbelten schon richtig gut. Voller Zuversicht lies ich dann Tag ausklingen und freute mich auf das Rennen, welches ich aus der ersten Startreihe aufnehmen durfte.

Klasse Training und im Fluge über die vielen technischen Passagen (Foto: Jürgen Grünwidl)

Kurz vor dem Start bekam ich dann leichte Magenkrämpfe. Ich nahm mir deshalb vor in der Startphase nicht gleich voll zu attackieren und hoffte, dass dies im Rennen wieder verschwinden würde. Nach einem guten Start setzte ich mich ans Hinterrad von Filippo Colombo und zog mit dem Feld den ersten, steilen Anstieg auf der Teerstrasse hoch. Ich hatte etwa die Position die ich mir vorgenommen hatte.

Nach dem Start noch alles im grünen Bereich (Foto: Jürgen Grünwidl)

Kurz vor dem Wendepunkt an der höchsten Stelle brauste plötzlich das Feld mit Tempoüberschuss an mir vorbei und meine gute Position war dahin. An etwa 22. Position ging es auf die erste Runde und ich machte mich gleich daran mich nach vorne zu arbeiten. Bei dem hohen Tempo und den vielen technischen Passagen leider nicht so einfach und sehr kräfteraubend. Ich glaubte lange an ein Top 5 Ergebnis.

Tolle Strecke... (Foto: Jürgen Grünwidl)

Bis zur letzten Runde hatte ich mich bis zum 8. Rang verbessert, doch dann liessen etwas die Kräfte und der Glaube an eine Top-Platzierung nach. Dies nutzten zwei Konkurrenten in der Schlussphase und gingen an mir vorbei. So blieb mir ein 10. Schlussrang der mich so richtig ärgerte. Ohne den blöden Fehler wäre viel mehr drin gelegen. Ach ja - Magenkrämpfe hatte ich dann während dem Rennen keine mehr. Die kamen danach aber so richtig heftig :-(.

Nun freue ich mich auf das Ostertrainingslager mit dem Team und dem Rennen eine Woche später auf einer meiner Lieblingsstrecken im österreichischen Haiming.


Montag, 13. März 2017

Mit Vollgas in die Saison

Die zweite Woche in Zypern hatten wir nochmals gut trainiert. Das abschliessende Cross Country Rennen in Amathus gelang mir dann nicht so gut. Trotz Magenproblemen und müden Beinen konnte ich jedoch mit dem 13. Rang nochmals ein paar Weltranglistenpunkte sammeln.

Rennen mitten durch eine Ausgrabungsstätte (Foto: Thomas Weschta / EGO-Promotion)

Zurück in der Schweiz wollte ich eigentlich eine Rennfreie Woche einschalten. Doch bereits nach zwei ruhigeren Tagen entschied ich mich mit dem Team nach Mailand zu fahren. Dort wartete im Gegensatz zu Zypern ein riesiges, hochklassiges Elitefeld mit 150 gemeldeten Fahrern auf mich. Eine ideale Voraussetzung um meinen Formstand in der frühen Saison zu testen.

Am Tag vor dem Rennen hatte ich dann noch eine kleine Panne. Meine Federgabel quittierte im Training plötzlich ihren Dienst und wir konnten sie auf dem Rennplatz nicht reparieren. Meine Teamkollegin Chiara Kopp überlies mir dann kurzerhand die Gabel ihres Trainingsbikes, welche perfekt funktionierte. Herzlichen Dank dafür!

Dank meinem riesigen Sprung in der Weltrangliste auf Position 393 konnte ich mit der Startnummer 30 weit vorne einstehen. Der Start gelang mir dann sehr gut.

Gleich nach dem Start - Kampf um jeden Meter (Thomas Weschta / EGO-Promotion)

Das Tempo danach war enorm hoch und ich investierte in den ersten Runden sehr viel, um auf dem schnellen Parcour meine Position um den 30. Rang zu halten.

(Foto: Thomas Weschta / EGO-Promotion)

Es gab einiges zu fliegen :-) (Foto: Annina Ryf)

Meine Beine fühlten sich gut an und ich fand schnell meinen Rhythmus, der lediglich durch einen dummen Sturz kurz gebrochen wurde. Auch die extrem steilen Anstiege kamen mir sehr entgegen. Die harten Zweikämpfe machten richtig Spass. Nach sieben Runden kam ich als 28. (6. Rang U23 Kategorie) ins Ziel.

Mit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden, aber auch sehr erstaunt, wenn ich sehe wo ich mit meinem Formaufbau stehe. Ganz herzlichen Dank an das jb BRUNEX Felt Team und die vielen helfenden Hände, sowie die Fotografen für die tollen Bilder.

(Foto: Annina Ryf)

Montag, 27. Februar 2017

Harte Tage auf Zypern

Auch dieses Jahr verbringen wir unser Team-Trainingslager auf Zypern. Ein toller Ort um sich auf die neue Saison vorzubereiten.

Nebst guten Trainings stand in der ersten Woche auch wiederum die Teilnahme am Sunshine Cup auf dem Programm. Während vier Tagen mussten 156 km und 5'440 Höhenmeter zurückgelegt werden. Gerade richtig um sich wieder an die Rennhärte zu gewöhnen.

Der Prolog war den eher ein Downhill-Rennen. Auf 14 km wurden 700 Höhenmeter vernichtet. Da wir in den Trainingstagen vor dem Rennen wegen dem steinigen Untergrund einige Reifendefekte hatten, lies ich es eher sachte angehen. Ich wollte mir nicht schon am ersten Tag einen grossen Zeitrückstand im Gesamtklassement einhandeln. Der 26. Rang war für mich dann ganz okay und eine gute Basis für die kommenden Tage.

Foto Jürgen Grünwidl

Der zweite Tag war dann genau mein Ding. Die 52 km und knapp 2'300 Höhenmeter nahm ich sehr engagiert in Angriff. In den langen Anstiegen konnte ich ordentlich Druck machen. Die Abfahrten absolvierte ich dann kontrolliert und Reifen schonend. Die Taktik ging voll auf und ich kam als guter 19. ins Ziel. Auch in der Gesamtwertung stiess ich auf den 19. Rang vor.
Dummerweise bin ich kurz vor dem Ziel auf einem Schotterweg ausgerutscht und gestürzt. Dabei hatte ich mir meinen Ellbogen und meinen Hintern ordentlich aufgeschürft. Diese Verletzungen liessen mich in den folgenden Nächten nur noch schlecht schlafen.

Foto Jürgen Grünwidl

Der dritte Tag hatte mit 65 km und knapp 2'200 Höhenmeter ein ähnliches Profil wie am Vortag. Müde ging ich ins Rennen und musste die ganze Strecke hart kämpfen um den Anschluss in einer Gruppe zu halten. Im Zielsprint sicherte ich mir erneut den 19. Rang. Über die Platzierung war ich eher erstaunt und sehr erfreut. In der Gesamtwertung belegte ich neu den 20. Rang.

Foto Jürgen Grünwidl

Beim abschliessenden Cross Country Rennen mobilisierte ich dann die letzten Reserven. Nach einem verhaltenen Start fand ich immer besser ins Rennen und machte Rang um Rang gut. Trotzdem verlor ich Zeit auf meine direkten Konkurrenten im Gesamtklassement und rutschte auf den 23. Schlussrang ab. Damit verpasste ich mein Ziel einer Top20-Klassierung knapp - bin jedoch mit meiner Leistung mehrheitlich zufrieden.

Foto Jürgen Grünwidl

An dieser Stelle ein grosses DANKE an das jb BRUNEX Felt Team für die Betreuung, Physio Michi (crossklinik) für die entspannenden Massagen und an Jürgen für die tollen Bilder.

Nach einem Ruhetag geht es weiter mit dem nächsten Trainingsblock an der Wärme von Zypern. Zum Abschluss folgt dann nochmals ein Cross Country Rennen am Sonntag, bevor es am Montag zurück in die Schweiz geht.

Dienstag, 24. Januar 2017

Hammer Tage im Schnee

Gstaad war vom 19. bis 22. Januar Austragungsort des ersten UCI Elite MTB-Etappenrennens auf Schnee. In einem Prolog und 3 Etappen waren über 100 km und 2500 Höhenmeter zu bewältigen. Dieser neuen Herausforderung wollte ich mich unbedingt stellen. In dieser frühen Phase der Saisonvorbereitung sollte der Spass nicht zu kurz kommen, doch ich wollte auch möglichst viele der wertvollen Weltranglistenpunkte einfahren.

Doch wie bereitet man sich auf ein solches Rennen vor? Wie wird der Schnee sein? Welches Bike brauche ich? Wie komme ich mit den zweistelligen Minustemperaturen zu recht und was ziehe ich am besten an? Bei der Wahl des Bikes war mir schnell klar, dass ich bei weichem Schnee ein Fat-Bike brauchen würde. Hier unterstützte mich Amsler Bike und Parts und stellte mir ein Felt DD10 zur Verfügung - herzlichen Dank dafür! Für alle Fälle nahm ich noch mein Hardtail Felt Nine 1 mit. Man weiss ja nie.

Prolog
Drei flache Runden à 2.5 km auf einer präparierten Piste waren möglichst schnell zu absolvieren. Bevor die Rennen starteten, drehte ich ein paar Trainingsrunden mit dem Fat-Bike und dem Hardtail. Hmm - was ist nun schneller? Ich entschied mich für das Fat-Bike.
Bevor die Elite-Fahrer loslegen durften, waren rund 70 nicht-lizenzierte Fahrer an der Reihe. Zudem wurde noch ein Schülerrennen ausgetragen. Bevor es langsam dunkel wurde, gings endlich los.

Nach dem Start... (Foto: Snow Bike Festival)

Doch ich kam nicht vom Fleck. Mit den dicken Reifen pflügte ich durch die inzwischen arg aufgelöste Strecke. Das Hardtail wäre definitiv die bessere Wahl gewesen, Und so fand ich mich auf dem enttäuschenden 16. Rang mit bereits 3.30 Minuten Rückstand wieder. Doch das Rennen ging am Folgetag erst richtig los - genügend Zeit um das Blatt zu drehen.

1. Etappe
Nach einem Abend und Morgen mit Diskussionen rund um die Bikewahl entschied ich mich rund 10 Minuten vor dem Start für das Hardtail. Die 30 km lange Etappe startete in der Promenade von Gstaad und wurde neutralisiert, d.h. das Rennen war noch nicht freigegeben, nach Saanen geführt. Rund 20 Meter bevor das Rennen freigegeben wurde, rutschte ich auf einer Eisplatte aus und ging zu Boden. Das ganze Feld mit den rund 100 Elite- und Fun-Fahrern zischte an mir vorbei. So war ich die folgenden Kilometer bis zum langen Aufstieg damit beschäftigt mich wieder nach vorne zu kämpfen. Im 7 km langen Aufstieg mit rund 750 Höhenmeter fand ich schnell meinen Rhythmus. Plötzlich merkte ich jedoch, dass meine Sattelstütze absank und so musste ich zweimal anhalten, bis dies wieder behoben war. Nach dem Bergpreis folgte eine unglaublich geile Abfahrt auf einer Schlittelbahn, welche mir ein riesiges Grinsen ins Gesicht zauberte. Ich liess es krachen und konnte viel Zeit gut machen. Mit dem 12. Rang in der Tageswertung und dem 10. Rang im Zwischenklassement war ich happy und nun definitiv im Rennen angekommen.

2. Etappe
Mit 33.5 km und 945 Höhenmeter war dies die Königsetappe. Heute musste gleich nach dem Start die gestrige Abfahrt zurück auf das Eggli erklommen werden. Da ich für die danach folgenden 20 km im eher flachem Gelände eine schnelle Gruppe finden wollte, musste ich am Berg bei der Spitze mitgehen können. Also wärmte ich mich an diesem Morgen intensiver auf als sonst.

Heiss auf den Start (Foto: Martin Lauener)

Der Start und der Aufstieg gelangen mir dann perfekt. Nachdem sich Florian Chenaux früh abgesetzt hatte, biss ich mich in der Verfolgergruppe um die Profis Nicola Rohrbach, Markus Bauer und Sascha Weber fest.

Leider kaum Zeit für die schöne Bergwelt (Foto: Nick Muzik)

Der im Aufstieg noch in der Gruppe mitfahrende Joris Ryf stürzte wie ich in der Abfahrt und verlor wegen einem Defekt den Anschluss. Ich selbst fuhr wieder zur Verfolgergruppe auf. Das Tempo der Gruppe war mir teilweise zu gering, weil man sich in der Führungsarbeit nicht einig war. Da ich in der Gesamtwertung unbedingt Zeit gut machen wollte, drückte ich auf das Tempo und versuchte mich abzusetzen.

(Foto: Nick Muzik)

Das liessen die Anderen jedoch nicht zu und schlossen jeweils wieder die Lücke. So kam es dann zum Sprint um Platz 2. Schlussendlich resultierte der super 4. Rang in der Tageswertung und der Vorstoss auf Rang 7 in der Gesamtwertung.

3. Etappe
Die Schlussetappe über 34.5 km und 700 Höhenmeter ging ich taktisch an. Ich wollte auf jeden Fall meinen 7. Zwischenrang behalten und wenn möglich weitere Plätze gut machen.
So investierte ich von Beginn weg viel und orientierte mich nach vorne. Am ersten langen Aufstieg entwischte dann jedoch Nicolas Rohrbach und so entstand eine schnelle Verfolgergruppe.

(Foto: Nick Muzik)

In der zweiten Rennhälfte entwickelte sich in den Aufstiegen ein richtiger Ausscheidungskampf. Jeder versuchte weg zu kommen wodurch die Gruppe immer wieder gesprengt wurde. In der Schlussphase riskierte ich dann nicht mehr alles und sicherte mir den 5. Rang in der Tageswertung.

In der Gesamtwertung konnte ich nochmals einen Rang gut machen und beendete das Etappenrennen auf dem phantastischen 6. Schlussrang. Nach dem etwas harzigen Start war dies das Maximum was noch möglich war.

Glücklich und müde im Ziel (Foto: Annina Ryf)

Das Snow Bike Festival in Gstaad war eine tolle Erfahrung und hat sehr viel Spass gemacht. Falls es mein Terminkalender zulässt, werde ich nächstes Jahr wieder an der Startlinie stehen.

Vielen Dank an Amsler Bike and Parts für die Unterstützung, dem Organisator für den tollen Event und den Fotografen und Kamerateams für die eindrücklichen Bilder.


Montag, 9. Januar 2017

Kein Rennglück in Meilen und Dielsdorf

Am Finale der EKZ CrossTour in Meilen erwischte ich einen sehr guten Start. In dem über 50 Fahrer umfassenden Feld konnte ich mich schnell um die 6. Position festsetzen. Obwohl sich meine Beine nicht gut anfühlten orientierte ich mich nach vorne.

Foto: Jürgen Grünwidl

Bei Rennhälfte zog es mir den Pneu leicht von der Felge und mit einem Zischen war die Luft aus meinem Vorderrad. In der steilen Passage stürzte ich heftig und schlug mit meiner Wade an einen Begrenzungspfahl. Bei der Fahrt bis zur Wechselzone verlor ich viel Zeit und Plätze. Nachdem ich ein neues Quervelo übernommen hatte, fand ich nicht mehr in den Rennrhythmus und wurde lediglich 14. .


Die Strecke der Schweizermeisterschaften in Dielsdorf war komplett flach und mit endlos vielen Kurven. Obwohl ich lieber einige Höhenmeter gehabt hätte, machte mir die Strecke nach ein paar Trainingsrunden am Morgen richtig Spass. Da Schnee auf der Strecke lag und auch sonst Überholmanöver nur mit sehr viel Kraftaufwand möglich waren, musste ich einen guten Start erwischen.
In der zweiten Startreihe stellte ich mich gleich hinter den späteren Schweizermeister und war zuversichtlich, dass dies ein gutes Rennen werden würde. Nach dem Startschuss preschte ich los, doch als ich richtig am Pedal ziehen wollte, fiel ich aus den Klickpedalen. Obwohl ich schnell wieder eingeklickt war, war das Feld an mir vorbei gebraust. Und so kam es wie es nicht kommen sollte. In den ersten beiden Runden musste ich sehr viel investieren um mich nach vorne zu arbeiten. Auf Position 10 ging ich in die dritte von sieben Runden.

Foto: Jürgen Grünwidl

Vor mir sah ich eine Fünfergruppe und ich wollte unbedingt zu ihnen aufschliessen. Dies gelang mir in den folgenden Runden jedoch leider nicht. Die ersten beiden Runden hatten schon sehr viel Kraft gekostet und auch sonst fuhr ich praktisch das ganze Rennen alleine im Wind. Im Sprint musste ich dann noch einen Rang abgeben und wurde 11. .

Nun geht es für mich bereits wieder auf das Bike, worauf ich mich sehr freue. Die drei Querrennen waren für mich eine gute Möglichkeit um ein paar intensivere Einheiten in mein Training einzubauen und die Fahrtechnik zu verfeinern.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Durchzogener Einstieg

Gestern Montag startete ich in meine kurze Quersaison. Bei schönstem Wetter und trockenen, schnellen Bedingungen kam ich in Dagmarsellen sehr gut aus den hinteren Startreihen weg. Nach ca. 1000 Meter hatte ich bereits zu den Spitzenfahrern aufgeschlossen, da passierte bereits das erste Maleur. Ich hatte mich mit dem Schnellspanner bei einem Kontrahenten verhakt. Wir mussten vom Rad und uns wieder voneinander lösen, bevor es weiter gehen konnte. Dadurch verlor ich viel Zeit und den Anschluss an die Spitze.

Foto: Willy Sportfotos
Foto: Willy Sportfotos 

Die folgenden zwei Runden verbrachte ich damit, mich zur Spitzengruppe zurück zu kämpfen. Als mir dies gelungen war, wollte ich etwas die Kräfte sammeln, um bei einem Angriff mitgehen zu können oder dann selbst einen zu starten. Doch am Ende der langen Abfahrt sprang mir die Kette vom Blatt und ich musste anhalten, um sie wieder einzulegen. Wieder war die Spitzengruppe weg und ich sprintete alleine im Wind hinterher. Eine Rund später war ich wieder in der Spitzengruppe und am Ende der Abfahrt - ihr ahnt es schon - war die Kette wieder draussen. So eine Sch....

Also anhalten, Kette einlegen und erneut hinterher sprinten. Eine Runde später widerholte sich dies nochmals. Danach reichte meine Kraft nicht mehr für eine erneute Aufholjagt. So resultierte anstatt einem Spitzenergebnis lediglich ein 9. Rang.

Meine Form ist nicht schlecht. Nun bleibt mir bis am kommenden Montag Zeit, um die Technik in den Griff zu bekommen um in Meilen wieder voll angreifen zu können.

Samstag, 10. Dezember 2016

Mit neuem Schwung ins 2017...

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen doch meine Vorbereitungen auf das Jahr 2017 laufen auf vollen Touren.

Seit Mitte Oktober habe ich meinen Trainingsalltag wieder aufgenommen. Die Pause davor habe ich genutzt um mich beruflich neu zu orientieren. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit der Firma Schottentrans einen idealen Arbeitgeber gefunden habe, der mir die nötige Flexibilität geben kann, welche ich als Sportler benötige. Zudem sind die Fahrten mit den riesigen Traktoren ein guter Ausgleich und neben dem Biken meine zweite Leidenschaft.

Sport und Job lassen sich erstmals perfekt verbinden.


Meine Trainingseinheiten lockerte ich mit der Teilnahme am Krapf Bike Cup auf. Bei 6 von 7 Läufen konnte ich jeweils die Bestzeit für mich verbuchen und schlussendlich auch den Gesamtcup gewinnen. Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigen die hochkarätigen Teilnehmer wie zum Beispiel mein Teamkollege Casey South oder der Junioren Bahn-Weltmeister Stefan Bissegger.    

Der Sekt darf beim Zieleinlauf des letzten Rennens nicht fehlen :-)


Seit dem 2. Dezember bin ich im ersten Trainingslager dieses Winters auf Gran Canaria. Bei besten Bedingungen arbeite ich intensiv an meiner Grundlage.

Super Trainingsgruppe auf Gran Canaria mit Thomas Litscher und Martin Gluth (Foto: Thomas Litscher)


Am 26. Dezember starte ich dann zum ersten Radquerrennen in diesem Winter, welches in Dagmarsellen stattfindet. Die weiteren Rennen sind dann am 2. Januar in Meilen und die Quer Schweizermeisterschaften vom 8. Januar in Dielsdorf.

Montag, 19. September 2016

Starkes Saisonende in Saalfelden (AUT)

Nur eine Woche nach dem 2. Rang in Obertraun (AUT) reiste ich wieder hoffnungsvoll nach Österreich. In Saalfelden fand der letzte Lauf der österreichischen Mountainbike Liga statt und ich wollte in meinem letzten Bikerennen der Saison nochmals ein paar UCI Punkte sammeln. Da dies bereits das 4. Rennen innerhalb von vier Wochen war, hatte ich in der letzten Woche etwas weniger trainiert und fühlte mich entsprechend frisch.
Das Rennen wurde auf der Weltmeisterschaftsstrecke aus dem Jahre 2012 ausgetragen. Der starke Regen hatte sie über Nacht etwas aufgeweicht, doch sie war kein Teil so anspruchsvoll wie die Strecke vor einer Woche in Obertraun. Es würde also ein schnelles Rennen geben und ich wollte es aktiv mitgestalten.

Eine halbe Minute nach den Elitefahrern wurde das U23-Feld auf die Reise geschickt. Schnell konnte ich mich mit dem Sieger von voriger Woche, dem Österreicher Max Foidl, an die Spitze setzen. Das Tempo war hoch und innert einer halben Runde überholten wir bereits die ersten Elitefahrer.

In der zweiten Runde fuhr Foidl an der Schlüsselstelle die "Chicken-Line" und ich nahm den direkten und anspruchsvolleren Weg. Sofort hatte ich ein paar Meter Vorsprung und ich drückte auf das Tempo. Am Ende der dritten Runde hatte sich dann Foidl wieder an mich herangekämpft und wir gingen zusammen auf die vierte Runde. In der Schlüsselstelle nahm Foidl dann vor mir auch die direkte Line und stürzte in der steilsten Stelle. Um ihn nicht zu überfahren konnte ich mich auch nur mit einem Sturz "retten". Foidl war dann schneller wieder auf dem Bike und hatte seinerseits ein paar Meter Vorsprung. In der Abfahrt, welche durch das Rennen zusehends schmieriger wurde und mein Hinterreifen mit Trockenprofil immer weniger Halt fand, wollte ich unbedingt wieder aufschliessen, doch das war dann zuviel. Ich stürzte und Foidl war weg. Wie vor einer Woche fuhr er sehr starke Rundenzeiten, welchen ich nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Da ich auf den Drittplatzierten Felix Ritzinger fast drei Minuten Vorsprung hatte, konnte ich die letzte Runde der Saison richtig geniessen und mich bereits über das weitere, tolle Ergebnis freuen.

Das Podest mit dem Sieger Max Foidl, dem 3. Felix Ritzinger, den Organisatoren und mir.
 
Zum Saisonabschluss einen schönen Pokal und ein feines Bier (alkoholfrei versteht sich ;-))

Nun ist für mich die MTB-Saison 2016 leider zu Ende. Nach einer sehr schwierigen ersten Hälfte verbunden mit Prüfungsstress, hartem "Handwerker"-Arbeitsalltag und nicht den Erwartungen entsprechenden Resultaten hat sich das Blatt gewendet. Mit dem Neuaufbau ab Mitte Juli und dem 50% Arbeitspensum ab Mitte August wurden die Leistungen von Rennen zu Rennen besser. Sogar die in dieser Saison zum Ziel gesetzten UCI Punkte konnte ich einfahren, wodurch ich ab kommender Saison einen besseren Startplatz haben werde.

Jetzt lege ich eine kurze Trainingspause ein um danach frisch gestärkt mit den Vorbereitungen für die Saison 2017 zu beginnen. Dabei werde ich das eine oder andere Radquer-Rennen bestreiten.

Zum Schluss ein riesiges Dankeschön an das jb BRUNEX Felt Team und dessen Sponsoren, Gönner und Friends, sowie meinen Privatsponsoren und der Sporthilfe für die grossartige Unterstützung! Und nicht zu vergessen alle jene, welche in irgendeiner Form zum guten Gelingen beigetragen haben.

  

 

Dienstag, 13. September 2016

Autumn Ride, Obertraun (AUT)

Vor etwa einem Jahr habe ich erfahren, dass in Obertraun (AUT) eine völlig neue Mountainbike Strecke angelegt worden war und jeweils im Herbst ein Rennen im Rahmen der österreichischen MTB Liga darauf ausgetragen wird. Die Bilder der Strecke hatten mich so fasziniert, dass ich in diesem Jahr unbedingt daran teilnehmen wollte. Da das Rennen terminlich passte, reisten wir mit dem jb BRUNEX Felt Team an.

Die ersten Trainings auf der Strecke machten bereits sehr viel Spass. Zuschauer freundlich angelegt auf engstem Raum, bespickt mit verschiedensten, technischen Passagen und einem ewigen auf und ab entspricht sie einer Top modernen Strecke. Physisch und technisch sehr anspruchsvoll - doch genau richtig für mein wendiges Felt Fully Edict FRD.

Für das Rennen der U23 hatten sich 20 Fahrer angemeldet und für die ersten 5 würde es UCI Punkte geben. Da die meisten bereits UCI Punkte gesammelt hatten, stand ich wiederum in der letzten Reihe. Bei dem kleinen Feld und dem relativ langen Startaufstieg sollte dies jedoch für mich kein Problem darstellen. Da ich die meisten Fahrer nicht kannte, wusste ich jedoch nicht wie meine Chancen für einen Top 5 Rang standen.

Der Start verlief dann genau nach Plan. Bis zu den ersten Singletrails war ich auf die 4. Position vorgefahren.

Hier kämpfte ich noch am Schluss des Feldes (roter Kreis)... (Foto: EGO-Promotion)

... und wenig später war ich an der Spitze des Feldes angekommen. (Foto: EGO-Promotion)

In der ersten Runde setzten sich die ersten 6 Fahrer bereits etwas vom Rest des Feldes ab und wenig später zogen die ersten zwei Fahrer kontinuierlich davon. Mein Körper war irgendwie noch nicht bereit um das Tempo mit zu gehen und so bildete ich zusammen mit dem zweiten Schweizer im Feld, Joris Ryf, ein Verfolger Duo. So ging es bis in die vierte Runde, als einer der beiden Fahrer an der Spitze sein Hinterrad wechseln musste und gleich hinter uns wieder auf die Strecke kam. Da der erstplatzierte Fahrer bereits einen Vorsprung von rund 40 Sekunden auf uns Verfolger hatte, konzentrierte ich mich in den verbleibenden zwei Runden auf den Dreikampf um den 2. Rang. Ich erhöhte das Tempo und am längsten Aufstieg gab ich alles was ich hatte.

Voll fokusiert... (Foto: EGO-Promotion)
... und im Fluge über die Hindernisse.  (Foto: EGO-Promotion)
Leider keine Zeit für die tolle Kulisse. (Foto: EGO-Promotion)
Mein Fully die optimale Wahl über die vielen Rock Garden. (Foto: EGO-Promotion)

Schnell hatte ich ein paar Sekunden zwischen mich und meine Verfolger gelegt. Mein Körper war nun im Rennmodus und ich pushte jeden kleinen Anstieg hoch. Ausgepowert aber überglücklich erreichte ich mit 18 Sekunden Vorsprung auf den 3. Platzierten das Ziel.

Das Podest mit den Organisatoren und dem 1. Max Foidl (AUT) und dem 3. Robin Hofmann (GER)

Ganz herzlichen Dank an Joe und Lisa, sowie Armin für den super Support vor und während dem Rennen. Dank eurer Mithilfe darf ich jetzt meine ersten 10 UCI Elite Punkte mein Eigen nennen!

Dienstag, 6. September 2016

Sturzfestival am Weltcup in Andorra

Nach einer 12 stündigen Fahrt mit dem Wohnmobil bezogen wir letzten Dienstag unsere Basis in Andorra auf knapp 1500m Höhe. Andorra ist ein kleiner Staat in den Bergen - ebene Strassen sind hier kaum zu finden. Doch dies war verbunden mit dem tollen Wetter die ideale Voraussetzung um eine gute Vorbereitung für das Weltcup Rennen durchzuführen. Zudem blieb einige Zeit um mit meinem Trainer Joe die technischen Passagen auf der Strecke zu trainieren. Nach dem Abschlusstraining vom Samstag war ich heiss auf das Rennen, das ich mit der ungewohnt niedrigen Startnummer 73 aus der letzten Startreihe aufnehmen würde.

Perfektes Training auf der Strecke

Am Sonntagmorgen um 9 Uhr stand ich dann bereit. Am Samstagabend hatte es sehr stark geregnet und ich war gespannt, wie sich die bis dahin staubtrockene und schnelle Strecke präsentieren würde. Meine Ziele waren klar: Ich wollte das Rennen zu Ende fahren und nicht der 80%-Regel zum Opfer fallen wie in den bisherigen Weltcup Rennen in diesem Jahr. Zudem sollte ein Rang in den Top 40 erreicht werden.

Am Start kam ich gut weg. Beim ersten Aufstieg drosselte die Spitze des Feldes etwas das Tempo und der Rest des Feldes fuhr auf. Das Resultat war ein grosser Knäuel aus Bikes und Fahrern. Während die vordere Hälfte davon zog, sortierte die hintere Hälfte ihre sieben Sachen und machte sich auf die Verfolgung. Die Singletrail Abfahrten waren dann sehr rutschig und ich reihte mich in die lange Kette der Fahrer. In den breiteren Aufstiegen gab ich jeweils alles, um mich weiter nach vorne zu schieben. Nach der ersten Runde war ich bereits auf der 44. Position - der Fahrplan stimmte.

In der zweiten Runde hatte es bereits etwas mehr Platz und ich gab in den Abfahrten gas. Dabei übertrieb ich es etwas und hatte einen heftigen Sturz auf mein linkes Knie, das danach extrem schmerzte. Kurz dachte ich ans aufgeben - doch dieser Gedanken verwarf ich schnell wieder. Ich war nicht so weit gereist um hier auszusteigen. Also powerte ich weiter.

Heftiger Sturz in den Felsen von Andorra (Quelle: Facebook von UCI Mountain Bike)

Durch den heftigen Sturz hatte ich in den folgenden vier Runden plötzlich Mühe in den Abfahrten. Ich fuhr nicht mehr so locker, verlor dadurch viel Zeit und stürzte weitere Male. Zudem hatte sich der Bidonhalter gelöst und bambelte an einer Schraube hängend am Rahmen, bis ich ihn abriss. Den Bidon musste ich jeweils ins Trikot stecken, was sich bei dem holprigen Terrain nicht so einfach gestaltete.

Einzig in den Aufstiegen fühlte ich mich sehr stark und holte jeweils wieder zu vor mir liegenden Fahrern auf. Dabei feuerte mich mein Trainer Joe unermüdlich an.

So konnte ich das Rennen zu Ende fahren und es resultierte der sehr gute 43. Rang. Ganz zufrieden konnte ich jedoch trotzdem nicht sein, denn ich wusste, dass einiges mehr möglich gewesen wäre.  

Im Interview nach der Zieleinfahrt

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Joe, der extra wegen Sina (herzliche Gratulation zum unglaublichen U23-Gesamtweltcupsieg) und mir die weite Reise nach Andorra unter die Räder genommen hatte, um uns hier perfekt zu unterstützen.

Freitag, 2. September 2016

Swiss Bike Cup, Muttenz

Das Wetter versprach ein heisses Rennen am letzten Lauf des Swiss Bike Cup in Muttenz. Das gleich im doppelten Sinn, da sich ein starkes Teilnehmerfeld für die Kategorie U23 gemeldet hatte.

Am Freitagabend war ich aus dem Engadin nach Muttenz angereist. Die rund 10 Grad heisseren Temperaturen konnte ich bei den Trainings vom Samstag und Sonntagmorgen recht gut wegstecken. Auch die Beine fühlten sich nach dem harten Trainingslager erstaunlich gut an. Alles klar also für das Rennen.

Kurz nach dem Start der Elite wurden die rund 50 Fahrer der U23 auf die Strecke geschickt. In der Startrunde auf der Pferderennbahn brachte ich mich in eine gute Position, um im Sprint vor der ersten Verengung der Strecke vorne zu sein. Das gelang perfekt und ich schoss auf der 2. Position aus dem Schänzli Stadion. Das Tempo war extrem hoch. Vor allem am einzigen Anstieg pushten alle hoch was sie hatten. Um nicht zu sehr in den roten Bereich zu geraten dosierte ich etwas das Tempo. Im Nachhinein betrachtet war dies ein Fehler, denn ich fiel auf den 17. Platz zurück und das Feld hatte sich schon stark in die Länge gezogen. Da die Strecke sehr viele flache Anteile hat, ist das fahren in einer Gruppe kräftesparend. Ich fühlte mich super und so machte ich mich auf, das Feld von hinten aufzurollen. Mit Simon Schneller hatte ich einen starken Partner und wir harmonierten sehr gut. Fahrer um Fahrer konnten wir ein und überholen und stiessen zwischenzeitlich bis zum 6. Platzierten vor. Simon musste dann leider abreissen lassen und ich ging mit einer Gruppe auf den Plätzen 8 bis 11 in die Schlussphase. Da bis zum 10. Rang Weltranglistenpunkte vergeben wurden, würde es eine harte Sprintentscheidung um die Plätze geben. Aus der hintersten Position nahm ich diese in Angriff, doch ich kam um eine winzige 10-tel Sekunde nicht am vor mir Fahrenden vorbei und klassierte mit als 11.. Der anfängliche Frust über den verpassten Weltranglistenpunkt wich schnell der Freude über das starke Rennen. In der Cup-Gesamtwertung schrammte ich ebenfalls nur ganz knapp am Podest vorbei und erreichte den starken 4. Schlussrang.

Foto Jürgen Grünwidl
Foto Jürgen Grünwidl
 
Ganz herzlichen Dank an das jb BRUNEX Felt Team für den Support in der glühenden Hitze von Muttenz und einen speziellen Dank an meinen Trainer Joe für die Unterstützung auf dem Weg aus meinem Formtief. So macht es definitiv wieder sehr viel Spass und hungrig auf mehr :-).

Gleich am Montag ging es weiter zum Weltcup Finale nach Vallnord in Andorra, wo ich mich derzeit auf das Rennen vom Sonntag vorbereite.

Mittwoch, 24. August 2016

Endspurt...

Lange ist es her seit meinem letzten Eintrag nach dem Weltcup Rennen auf der Lenzerheide - und seither viel passiert.

Die Woche vor den Schweizermeisterschaften hatte ich meine Trainings ausgesetzt. Keine optimale Vorbereitung vor einem wichtigen Wettkampf, aber mein Körper und mein Kopf brauchten es. Der resultierende 20. Rang war dann auch nicht berauschend, doch mehr war nicht zu erwarten.

In den folgenden Wochen absolvierte ich einen Neuaufbau und absolvierte das Rennen des Argovia Cups in Hägglingen. Vor der Haustüre unseres Hauptsponsors Brunex konnnte ich die Kategorie U23 für mich entscheiden. Auch wenn das Teilnehmerfeld eher klein war, freute ich mich über diesen Sieg.

Das Podest in Hägglingen von links: Manuel Zobrist, ich, Jeremias Bürgin (Foto: Jürgen Grünwidl)


Gleich im Anschluss fuhr ich ins Engadin, wo ich seither unter optimalen Bedingungen weiter an meiner Form arbeiten und mich an die Höhe des nächsten Weltcup Rennens in Andorra gewöhnen kann.

Tolle Trails hoch über St. Moritz
Perfekt! Ein Eisbad im Wasser des Morteratsch Gletschers macht wieder fit und Spass.


Nun freue ich mich auf die letzten MTB Rennen der Saison und bin gespannt, wie sich der Formaufbau auf meine Leistungen auswirkt. Bereits am kommenden Sonntag geht es mit dem letzten Rennen des Swiss Bike Cup in Muttenz los.