Montag, 19. September 2016

Starkes Saisonende in Saalfelden (AUT)

Nur eine Woche nach dem 2. Rang in Obertraun (AUT) reiste ich wieder hoffnungsvoll nach Österreich. In Saalfelden fand der letzte Lauf der österreichischen Mountainbike Liga statt und ich wollte in meinem letzten Bikerennen der Saison nochmals ein paar UCI Punkte sammeln. Da dies bereits das 4. Rennen innerhalb von vier Wochen war, hatte ich in der letzten Woche etwas weniger trainiert und fühlte mich entsprechend frisch.
Das Rennen wurde auf der Weltmeisterschaftsstrecke aus dem Jahre 2012 ausgetragen. Der starke Regen hatte sie über Nacht etwas aufgeweicht, doch sie war kein Teil so anspruchsvoll wie die Strecke vor einer Woche in Obertraun. Es würde also ein schnelles Rennen geben und ich wollte es aktiv mitgestalten.

Eine halbe Minute nach den Elitefahrern wurde das U23-Feld auf die Reise geschickt. Schnell konnte ich mich mit dem Sieger von voriger Woche, dem Österreicher Max Foidl, an die Spitze setzen. Das Tempo war hoch und innert einer halben Runde überholten wir bereits die ersten Elitefahrer.

In der zweiten Runde fuhr Foidl an der Schlüsselstelle die "Chicken-Line" und ich nahm den direkten und anspruchsvolleren Weg. Sofort hatte ich ein paar Meter Vorsprung und ich drückte auf das Tempo. Am Ende der dritten Runde hatte sich dann Foidl wieder an mich herangekämpft und wir gingen zusammen auf die vierte Runde. In der Schlüsselstelle nahm Foidl dann vor mir auch die direkte Line und stürzte in der steilsten Stelle. Um ihn nicht zu überfahren konnte ich mich auch nur mit einem Sturz "retten". Foidl war dann schneller wieder auf dem Bike und hatte seinerseits ein paar Meter Vorsprung. In der Abfahrt, welche durch das Rennen zusehends schmieriger wurde und mein Hinterreifen mit Trockenprofil immer weniger Halt fand, wollte ich unbedingt wieder aufschliessen, doch das war dann zuviel. Ich stürzte und Foidl war weg. Wie vor einer Woche fuhr er sehr starke Rundenzeiten, welchen ich nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Da ich auf den Drittplatzierten Felix Ritzinger fast drei Minuten Vorsprung hatte, konnte ich die letzte Runde der Saison richtig geniessen und mich bereits über das weitere, tolle Ergebnis freuen.

Das Podest mit dem Sieger Max Foidl, dem 3. Felix Ritzinger, den Organisatoren und mir.
 
Zum Saisonabschluss einen schönen Pokal und ein feines Bier (alkoholfrei versteht sich ;-))

Nun ist für mich die MTB-Saison 2016 leider zu Ende. Nach einer sehr schwierigen ersten Hälfte verbunden mit Prüfungsstress, hartem "Handwerker"-Arbeitsalltag und nicht den Erwartungen entsprechenden Resultaten hat sich das Blatt gewendet. Mit dem Neuaufbau ab Mitte Juli und dem 50% Arbeitspensum ab Mitte August wurden die Leistungen von Rennen zu Rennen besser. Sogar die in dieser Saison zum Ziel gesetzten UCI Punkte konnte ich einfahren, wodurch ich ab kommender Saison einen besseren Startplatz haben werde.

Jetzt lege ich eine kurze Trainingspause ein um danach frisch gestärkt mit den Vorbereitungen für die Saison 2017 zu beginnen. Dabei werde ich das eine oder andere Radquer-Rennen bestreiten.

Zum Schluss ein riesiges Dankeschön an das jb BRUNEX Felt Team und dessen Sponsoren, Gönner und Friends, sowie meinen Privatsponsoren und der Sporthilfe für die grossartige Unterstützung! Und nicht zu vergessen alle jene, welche in irgendeiner Form zum guten Gelingen beigetragen haben.

  

 

Dienstag, 13. September 2016

Autumn Ride, Obertraun (AUT)

Vor etwa einem Jahr habe ich erfahren, dass in Obertraun (AUT) eine völlig neue Mountainbike Strecke angelegt worden war und jeweils im Herbst ein Rennen im Rahmen der österreichischen MTB Liga darauf ausgetragen wird. Die Bilder der Strecke hatten mich so fasziniert, dass ich in diesem Jahr unbedingt daran teilnehmen wollte. Da das Rennen terminlich passte, reisten wir mit dem jb BRUNEX Felt Team an.

Die ersten Trainings auf der Strecke machten bereits sehr viel Spass. Zuschauer freundlich angelegt auf engstem Raum, bespickt mit verschiedensten, technischen Passagen und einem ewigen auf und ab entspricht sie einer Top modernen Strecke. Physisch und technisch sehr anspruchsvoll - doch genau richtig für mein wendiges Felt Fully Edict FRD.

Für das Rennen der U23 hatten sich 20 Fahrer angemeldet und für die ersten 5 würde es UCI Punkte geben. Da die meisten bereits UCI Punkte gesammelt hatten, stand ich wiederum in der letzten Reihe. Bei dem kleinen Feld und dem relativ langen Startaufstieg sollte dies jedoch für mich kein Problem darstellen. Da ich die meisten Fahrer nicht kannte, wusste ich jedoch nicht wie meine Chancen für einen Top 5 Rang standen.

Der Start verlief dann genau nach Plan. Bis zu den ersten Singletrails war ich auf die 4. Position vorgefahren.

Hier kämpfte ich noch am Schluss des Feldes (roter Kreis)... (Foto: EGO-Promotion)

... und wenig später war ich an der Spitze des Feldes angekommen. (Foto: EGO-Promotion)

In der ersten Runde setzten sich die ersten 6 Fahrer bereits etwas vom Rest des Feldes ab und wenig später zogen die ersten zwei Fahrer kontinuierlich davon. Mein Körper war irgendwie noch nicht bereit um das Tempo mit zu gehen und so bildete ich zusammen mit dem zweiten Schweizer im Feld, Joris Ryf, ein Verfolger Duo. So ging es bis in die vierte Runde, als einer der beiden Fahrer an der Spitze sein Hinterrad wechseln musste und gleich hinter uns wieder auf die Strecke kam. Da der erstplatzierte Fahrer bereits einen Vorsprung von rund 40 Sekunden auf uns Verfolger hatte, konzentrierte ich mich in den verbleibenden zwei Runden auf den Dreikampf um den 2. Rang. Ich erhöhte das Tempo und am längsten Aufstieg gab ich alles was ich hatte.

Voll fokusiert... (Foto: EGO-Promotion)
... und im Fluge über die Hindernisse.  (Foto: EGO-Promotion)
Leider keine Zeit für die tolle Kulisse. (Foto: EGO-Promotion)
Mein Fully die optimale Wahl über die vielen Rock Garden. (Foto: EGO-Promotion)

Schnell hatte ich ein paar Sekunden zwischen mich und meine Verfolger gelegt. Mein Körper war nun im Rennmodus und ich pushte jeden kleinen Anstieg hoch. Ausgepowert aber überglücklich erreichte ich mit 18 Sekunden Vorsprung auf den 3. Platzierten das Ziel.

Das Podest mit den Organisatoren und dem 1. Max Foidl (AUT) und dem 3. Robin Hofmann (GER)

Ganz herzlichen Dank an Joe und Lisa, sowie Armin für den super Support vor und während dem Rennen. Dank eurer Mithilfe darf ich jetzt meine ersten 10 UCI Elite Punkte mein Eigen nennen!

Dienstag, 6. September 2016

Sturzfestival am Weltcup in Andorra

Nach einer 12 stündigen Fahrt mit dem Wohnmobil bezogen wir letzten Dienstag unsere Basis in Andorra auf knapp 1500m Höhe. Andorra ist ein kleiner Staat in den Bergen - ebene Strassen sind hier kaum zu finden. Doch dies war verbunden mit dem tollen Wetter die ideale Voraussetzung um eine gute Vorbereitung für das Weltcup Rennen durchzuführen. Zudem blieb einige Zeit um mit meinem Trainer Joe die technischen Passagen auf der Strecke zu trainieren. Nach dem Abschlusstraining vom Samstag war ich heiss auf das Rennen, das ich mit der ungewohnt niedrigen Startnummer 73 aus der letzten Startreihe aufnehmen würde.

Perfektes Training auf der Strecke

Am Sonntagmorgen um 9 Uhr stand ich dann bereit. Am Samstagabend hatte es sehr stark geregnet und ich war gespannt, wie sich die bis dahin staubtrockene und schnelle Strecke präsentieren würde. Meine Ziele waren klar: Ich wollte das Rennen zu Ende fahren und nicht der 80%-Regel zum Opfer fallen wie in den bisherigen Weltcup Rennen in diesem Jahr. Zudem sollte ein Rang in den Top 40 erreicht werden.

Am Start kam ich gut weg. Beim ersten Aufstieg drosselte die Spitze des Feldes etwas das Tempo und der Rest des Feldes fuhr auf. Das Resultat war ein grosser Knäuel aus Bikes und Fahrern. Während die vordere Hälfte davon zog, sortierte die hintere Hälfte ihre sieben Sachen und machte sich auf die Verfolgung. Die Singletrail Abfahrten waren dann sehr rutschig und ich reihte mich in die lange Kette der Fahrer. In den breiteren Aufstiegen gab ich jeweils alles, um mich weiter nach vorne zu schieben. Nach der ersten Runde war ich bereits auf der 44. Position - der Fahrplan stimmte.

In der zweiten Runde hatte es bereits etwas mehr Platz und ich gab in den Abfahrten gas. Dabei übertrieb ich es etwas und hatte einen heftigen Sturz auf mein linkes Knie, das danach extrem schmerzte. Kurz dachte ich ans aufgeben - doch dieser Gedanken verwarf ich schnell wieder. Ich war nicht so weit gereist um hier auszusteigen. Also powerte ich weiter.

Heftiger Sturz in den Felsen von Andorra (Quelle: Facebook von UCI Mountain Bike)

Durch den heftigen Sturz hatte ich in den folgenden vier Runden plötzlich Mühe in den Abfahrten. Ich fuhr nicht mehr so locker, verlor dadurch viel Zeit und stürzte weitere Male. Zudem hatte sich der Bidonhalter gelöst und bambelte an einer Schraube hängend am Rahmen, bis ich ihn abriss. Den Bidon musste ich jeweils ins Trikot stecken, was sich bei dem holprigen Terrain nicht so einfach gestaltete.

Einzig in den Aufstiegen fühlte ich mich sehr stark und holte jeweils wieder zu vor mir liegenden Fahrern auf. Dabei feuerte mich mein Trainer Joe unermüdlich an.

So konnte ich das Rennen zu Ende fahren und es resultierte der sehr gute 43. Rang. Ganz zufrieden konnte ich jedoch trotzdem nicht sein, denn ich wusste, dass einiges mehr möglich gewesen wäre.  

Im Interview nach der Zieleinfahrt

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Joe, der extra wegen Sina (herzliche Gratulation zum unglaublichen U23-Gesamtweltcupsieg) und mir die weite Reise nach Andorra unter die Räder genommen hatte, um uns hier perfekt zu unterstützen.

Freitag, 2. September 2016

Swiss Bike Cup, Muttenz

Das Wetter versprach ein heisses Rennen am letzten Lauf des Swiss Bike Cup in Muttenz. Das gleich im doppelten Sinn, da sich ein starkes Teilnehmerfeld für die Kategorie U23 gemeldet hatte.

Am Freitagabend war ich aus dem Engadin nach Muttenz angereist. Die rund 10 Grad heisseren Temperaturen konnte ich bei den Trainings vom Samstag und Sonntagmorgen recht gut wegstecken. Auch die Beine fühlten sich nach dem harten Trainingslager erstaunlich gut an. Alles klar also für das Rennen.

Kurz nach dem Start der Elite wurden die rund 50 Fahrer der U23 auf die Strecke geschickt. In der Startrunde auf der Pferderennbahn brachte ich mich in eine gute Position, um im Sprint vor der ersten Verengung der Strecke vorne zu sein. Das gelang perfekt und ich schoss auf der 2. Position aus dem Schänzli Stadion. Das Tempo war extrem hoch. Vor allem am einzigen Anstieg pushten alle hoch was sie hatten. Um nicht zu sehr in den roten Bereich zu geraten dosierte ich etwas das Tempo. Im Nachhinein betrachtet war dies ein Fehler, denn ich fiel auf den 17. Platz zurück und das Feld hatte sich schon stark in die Länge gezogen. Da die Strecke sehr viele flache Anteile hat, ist das fahren in einer Gruppe kräftesparend. Ich fühlte mich super und so machte ich mich auf, das Feld von hinten aufzurollen. Mit Simon Schneller hatte ich einen starken Partner und wir harmonierten sehr gut. Fahrer um Fahrer konnten wir ein und überholen und stiessen zwischenzeitlich bis zum 6. Platzierten vor. Simon musste dann leider abreissen lassen und ich ging mit einer Gruppe auf den Plätzen 8 bis 11 in die Schlussphase. Da bis zum 10. Rang Weltranglistenpunkte vergeben wurden, würde es eine harte Sprintentscheidung um die Plätze geben. Aus der hintersten Position nahm ich diese in Angriff, doch ich kam um eine winzige 10-tel Sekunde nicht am vor mir Fahrenden vorbei und klassierte mit als 11.. Der anfängliche Frust über den verpassten Weltranglistenpunkt wich schnell der Freude über das starke Rennen. In der Cup-Gesamtwertung schrammte ich ebenfalls nur ganz knapp am Podest vorbei und erreichte den starken 4. Schlussrang.

Foto Jürgen Grünwidl
Foto Jürgen Grünwidl
 
Ganz herzlichen Dank an das jb BRUNEX Felt Team für den Support in der glühenden Hitze von Muttenz und einen speziellen Dank an meinen Trainer Joe für die Unterstützung auf dem Weg aus meinem Formtief. So macht es definitiv wieder sehr viel Spass und hungrig auf mehr :-).

Gleich am Montag ging es weiter zum Weltcup Finale nach Vallnord in Andorra, wo ich mich derzeit auf das Rennen vom Sonntag vorbereite.

Mittwoch, 24. August 2016

Endspurt...

Lange ist es her seit meinem letzten Eintrag nach dem Weltcup Rennen auf der Lenzerheide - und seither viel passiert.

Die Woche vor den Schweizermeisterschaften hatte ich meine Trainings ausgesetzt. Keine optimale Vorbereitung vor einem wichtigen Wettkampf, aber mein Körper und mein Kopf brauchten es. Der resultierende 20. Rang war dann auch nicht berauschend, doch mehr war nicht zu erwarten.

In den folgenden Wochen absolvierte ich einen Neuaufbau und absolvierte das Rennen des Argovia Cups in Hägglingen. Vor der Haustüre unseres Hauptsponsors Brunex konnnte ich die Kategorie U23 für mich entscheiden. Auch wenn das Teilnehmerfeld eher klein war, freute ich mich über diesen Sieg.

Das Podest in Hägglingen von links: Manuel Zobrist, ich, Jeremias Bürgin (Foto: Jürgen Grünwidl)


Gleich im Anschluss fuhr ich ins Engadin, wo ich seither unter optimalen Bedingungen weiter an meiner Form arbeiten und mich an die Höhe des nächsten Weltcup Rennens in Andorra gewöhnen kann.

Tolle Trails hoch über St. Moritz
Perfekt! Ein Eisbad im Wasser des Morteratsch Gletschers macht wieder fit und Spass.


Nun freue ich mich auf die letzten MTB Rennen der Saison und bin gespannt, wie sich der Formaufbau auf meine Leistungen auswirkt. Bereits am kommenden Sonntag geht es mit dem letzten Rennen des Swiss Bike Cup in Muttenz los.

Freitag, 15. Juli 2016

Flasche leer....

Ich weiss, dass viele von euch auf meinen Bericht zum Weltcup-Rennen in Lenzerheide vom vergangenen Sonntag warten. Leider gibt es darüber kaum Positives zu melden....

Wie ihr vielleicht wisst, war ich in den vergangenen Monaten mit meinen Lehrabschlussprüfungen als Zimmermann gefordert. Das Schöne ist, dass ich die LAP bestanden habe, darüber bin ich sehr glücklich! Doch zum Feiern blieb in der Woche vor dem Weltcup keine Zeit. Ich musste jeden Morgen um 5.30 Uhr aufstehen und kam abends nach 19.00 Uhr nach Hause. Das Training nach so einem langen Arbeitstag war extrem hart – Zeit für die nötige Erholung zu finden war unmöglich. Am Freitagabend stand dann die Abschlussfeier auf dem Programm und anstatt danach mit meinen Kollegen zu feiern, fuhr ich mit meinem Vater mitten in der Nacht nach Lenzerheide.

Die Strecke in Lenzerheide ist meine Lieblingsstrecke und die Stimmung mit rund 10‘000 Zuschauern war einfach gigantisch. So freute ich mich riesig auf das Rennen. Leider musste ich mich beim Start einmal mehr zuhinderst einreihen. Doch ich kam ausgezeichnet weg und kämpfte mich bald bis in die Mitte des rund 110 Fahrer umfassenden Feldes vor. Leider wurde ich kurz darauf von einem anderen Fahrer abgeschossen und landete in der Absperrung. Ich versuchte alles, um wieder Boden gut zu machen. Das kostete extrem viel Kraft. Als ich dann in der Feedzone den Gel nicht erwischte, verlor ich die Konzentration und stürzte. So verstrichen wertvolle Sekunden und ich wurde schliesslich per 80-Prozent-Regel aus dem Rennen genommen und letztendlich als 86. klassiert.

Meine Enttäuschung ist unendlich gross und ich fühle mich total ausgelaugt!

Nun ist für mich der Zeitpunkt gekommen, mehr auf meinen Körper zu achten und ihm die nötige Erholung zu schenken. Nach den Schweizermeisterschaften vom kommenden Sonntag in Echallens werde ich eine längere Rennpause einschalten. Ich werde alles daran setzen, danach wieder frisch gestärkt in den Rennzirkus zurück zu kehren. Denn Mountainbiken ist und bleibt meine Leidenschaft!

Montag, 20. Juni 2016

Es geht Aufwärts beim Bike the Rock in Heubach (GER)

Der Titel sagt es bereits. Die Strecke beim Bundesligarennen "Bike the Rock" in Heubach ist etwas für Kletterer und schnelle Downhiller. Über 200 Höhenmeter muss pro Runde bezwungen werden und die Abfahrt ist auf weiten Teilen der Downhill-Strecke geführt. Da es auch immer wieder geregnet hatte (muss man in diesem Jahr jedoch kaum speziell erwähnen), war die Strecke trotz wenigen Hindernissen aber wegen den hohen Geschwindigkeiten recht anspruchsvoll.

Am Start stand ein über 70 Fahrer umfassendes, internationales Top-Feld. Mein 39. Startplatz wäre eigentlich nicht so schlecht gewesen, doch in Heubach lassen sich beim Start kaum Plätze gut machen, weil nach einer Kurve nach dem Start bereits in den Trail abgebogen wird.

Der Start in Heubach ist nicht optimal für Überholmanöver (Quelle: Homepage des Veranstalters)
So ging ich also auch etwa auf der 40. Position in den langen Aufstieg, wo im dicht gedrängten Feld ebenfalls kaum Plätze gut zu machen waren. Oben auf der Anhöhe war es dann wieder breiter und jeder kämpfte um Positionen, bevor es wieder in den Downhill ging. Hier hatte es einige Passagen, die sehr rutschig waren, was ein paar Fahrer vor mir veranlasste, die Strecke zu Fuss zu gehen. Also einmal mehr Schleichfahrt auf der ersten Runde. Nach der ersten Runde passierte ich als 34. Jetzt hatte es etwas mehr Platz und ich fand meinen Rhythmus. Runde um Runde konnte ich Plätze gut machen. Ich musste jedoch feststellen, dass die meisten Fahrer physisch sehr stark sind und somit sehr schnell den Berg hoch fahren, in der Abfahrt aber etwas Mühe hatten. So investierte ich in jeder Runde sehr viel in die Passage vor der Abfahrt um als erster in den Downhill zu gehen. Da konnte ich mich jeweils absetzen und meistens bis auf die nächste Gruppe oder den nächsten Fahrer aufschliessen.

Bikewash während dem Rennen :-) (Foto: Jürgen Grünwidl)
Was gab es wohl hier zu sehen? (Foto: Jürgen Grünwidl)

Nach fünf harten Runden beendete ich das Rennen auf dem guten 23. Rang. Ich spüre, dass meine Form langsam wieder zurück kommt und es, wie an diesem Rennen, aufwärts geht. Dies gibt mir Zuversicht für die nächsten Herausforderungen.

 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Sieg am Night Race in Hard (AUT)

Letzten Samstag nahm ich am Night Race in Hard bei Bregenz teil. Ein cooles Rennen direkt am See mit vielen künstlichen Hindernissen wie Schiffscontainer, Lastwagenbrücke, Paletten usw. . Mit super Beinen konnte ich das einstündige Rennen mit teils hochkarätiger Besetzung für mich entscheiden.

Das Podest von links: 2. Rang: Elias Hagspiel (AUT), ich und der Sprintweltmeister Daniel Federspiel (AUT) auf dem 3. Rang 

Montag, 6. Juni 2016

Swiss Bike Cup, Gränichen

Am letzten Wochenende hatte ich gleich zwei "Wettkämpfe" zu bestreiten.

Der Erste fand am Freitag und Samstag statt und beinhaltete den theoretischen Teil meiner Lehrabschlussprüfung. Hier lief es wie am Schnürchen und ich freue mich, dass ich damit meine Prüfungen weitgehend abgeschlossen habe.

Gleich im Anschluss fuhr ich am Samstagnachmitttag befreit vom Prüfungsstress zum Swiss Bike Cup nach Gränichen. Nach heftigen Regenfällen erwartete mich tiefer Morast auf dem Renngelände und der Strecke. Da mich dieser Untergrund nicht wirklich stört, machte ich mich gleich auf um mein Vorbelastungstraining zu absolvieren. Es machte richtig Spass und ich freute mich auf den Sonntag.

Beim Warmup am Sonntag fühlte ich mich sehr gut und so ging ich optimistisch und hoch motiviert an den Start. Hier kam ich gut weg und positionierte mich im vorderen Teil des Feldes. In der ersten Abfahrt passierte mir dann ein Fahrfehler im dümmsten Moment und so überholten mich einige Fahrer.

Schlechtes Timing für einen Fahrfehler (Foto Jürgen Grünwidl)

Das Tempo in der ersten Runde war wie üblich sehr hoch und so gelang es mir kaum Plätze gut zu machen. So passierte ich nach der ersten Runde lediglich als 23. . Da ich mir als Ziel einen Punkte-berechtigten Top 10 Platz gesteckt hatte, gab ich alles und arbeitete mich Runde um Runde nach vorne. Doch irgendwie ging es vor allem in den Anstiegen nicht so druckvoll vorwärts. In der letzten Runde merkte ich dann, dass es mit dem gesteckten Ziel nicht klappen würde und dann ging gar nichts mehr. So reichte es schlussendlich lediglich für den 17. Schlussrang.

Harte Bedingungen für Mensch und Maschine (Foto Jürgen Grünwidl)

Die sehr wichtigen Rennen an den letzten drei Wochenenden und die Prüfungen in derselben Zeit waren wohl doch etwas zu viel für mich. Die Resultate sind weit weg von dem was ich zu leisten im Stande bin.

Nun geht es darum den Kopf wieder frei zu bekommen und mit Freude die nächsten Herausforderungen anzupacken. Wenn ich an das nächste Rennen in zwei Wochen im deutschen Heubach denke, beginnt es bereits zu kribbeln ;-).

Vielen Dank Lisa und Patrik für euren Einsatz in der Zone! (Foto Jürgen Grünwidl)

Montag, 30. Mai 2016

Weltcup, La Bresse (FRA)

Nur eine Woche nach dem Weltcup in Albstadt ging es in den französischen Vogesen, genauer gesagt in La Bresse zum Weltcup Nummer 3. Die Strecke bestand aus einem langen Aufstieg und einem mit Felsen und Wurzeln bespickten Downhill. Dieser war nach den Unwetter-artigen Niederschlägen in der Nacht vor dem Rennen sehr anspruchsvoll und rutschig geworden.

Auch in diesem Rennen stand ich wiederum in der letzten Reihe des mit 144 Fahrern umfassenden Feldes. Der Start gelang mir dann leider nicht wie geplant. Im ersten Aufstieg wollte ich immer wieder in die Lücken vor mir sprinten, doch im letzten Augenblick machten mir sehr oft andere Fahrer "die Türe zu" und ich musste scharf abbremsen. Dies hat jeweils auch etwas mit Rennglück zu tun. Vor einer Woche in Albstadt gelang mir dies fast mühelos - in diesem Rennen war es zum verzweifeln.

Bei der Einfahrt in die Trails war dann wiederum ein riesiger Stau. Da es kaum Überholmöglichkeiten auf dem restlichen Streckenteil gab zog sich dieser Stau praktisch bis kurz vor dem Ziel hin. Unglaubliche fünfeinhalb Minuten verlor ich auf die Bestzeit nur in der ersten Runde.

In der ersten Runde wären Laufschuhe die bessere Wahl gewesen :-) (Photo Jürgen Grünwidl)
Mit jeder Runde gab es mehr Platz und meine Rundenzeiten wurden immer besser. Meine Beine waren sehr gut und ich kam mit den rutschigen Bedingungen bestens klar. Die vielen Zuschauer sorgten für eine super Rennstimmung, was mich weiter nach vorne puschte. Immer wieder fuhr ich auf vor mir liegende Fahrer auf und ich musste in den Trails warten, bis sich mir eine Überholmöglichkeit bot. Da sich das Feld inzwischen extrem in die Länge gezogen hatte, konnte ich mich leider nur langsam nach vorne arbeiten.

Vor der letzten Runde war es dann leider wieder wegen der 80% Regel um mich geschehen und ich wurde aus dem Rennen genommen. Der riesige Rückstand aus der ersten Runde war leider zu viel. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Obwohl ich in der Rangliste mit dem 93. Rang kaum besser als in Albstadt war, konnte ich in diesem Rennen alles aus meinem Körper heraus holen. Ich fühlte mich am Schluss noch sehr frisch - eine schnelle letzte Runde mit einem weiteren Schritt nach vorne wäre sicher noch möglich gewesen.

Nicht alles lief optimal: Eine verrutschte Sicherungsmatte wurde Casey und mir leider zum Verhängnis - SORRY CASEY !
(Photo Jürgen Grünwidl) 


Am Vortag meines Rennens gab es wieder etwas zu feiern im jb BRUNEX Felt Team. Sina Frei konnte bereits ihren zweiten Weltcup Sieg in der Kategorie U23 Frauen einfahren und wurde zudem in das Trikot der Weltcup Leaderin eingekleidet. Unglaublich - herzliche Gratulation Sina!!!

Ganz grosses Kino (Photo Jürgen Grünwidl)
Einen herzlichen Dank an das ganze jb BRUNEX Felt Team für die grossartige Unterstützung!

Montag, 23. Mai 2016

Weltcup Albstadt (GER)

Nun war es endlich soweit. Nach 2014, wo ich im Rahmen der Junior-Rennen meine ersten Weltcup Erfahrungen sammeln konnte (seit 2015 finden keine Junior-Rennen mehr an Weltcups statt), stand ich in meinem ersten U23-Jahr am Start zum Weltcup im deutschen Albstadt. Ich habe mich sehr auf diesen Zeitpunkt gefreut, obwohl ich mir dazu einen besseren Startplatz erhofft hatte. Da ich mir auf Grund der laufenden Lehrabschlussprüfungen keine Reisen in entlegene Länder leisten konnte um in schwächer besetzten Rennen Punkte zu sammeln, stand ich also auf Startplatz 146 und somit in der letzten Reihe.


Obwohl ich bereits beim einfahren gespürt habe, dass meine Beine sich nicht sehr gut anfühlten und mich zudem Magenkrämpfe plagten, wollte ich mich hier von der besten Seite zeigen. Solche Anzeichen verschwinden oft auch wieder und ich war heiss auf die Strecke.

Nach dem Startschuss verging eine gefühlte Ewigkeit bis ich ebenfalls losfahren konnte. Doch dann kam ich super in Fahrt. Bereits auf der Startgerade konnte ich mich mit einem guten Reflex vor der Verwicklung in einen Massensturz retten. Danach suchte ich in der Startrunde jede erdenkliche Lücke um mich nach vorne zu arbeiten. Nach der ersten Zieldurchfahrt hatte ich bereits über 40 Plätze gut gemacht und das Feld hatte sich bereits gelichtet, sodass die weiteren Überholmanöver einfacher sein würden.




Doch leider spürte ich schnell, dass meine Beine wirklich keinen Druck auf die Pedalen brachten. Ich konnte immer weniger Fahrer überholen und bereits hinter mir gelassene Fahrer gingen wieder an mir vorbei. Die in mir hochsteigende Enttäuschung war dann leider auch nicht förderlich. So schleppte ich mich durch die Runden. Bereits in der vierten von sechs Runden drohte mir das Ende auf Grund der 80% Regel (Fahrer, die einen Rückstand von mehr als 80% der Rundenzeit der Spitze haben, werden aus dem Rennen genommen um Überrundungen zu vermeiden). Nochmals gab ich alles was ich hatte und konnte nochmals ein paar Plätze gut machen. Leider wurde ich dann trotzdem aus dem Rennen genommen. Dies und der 100. Schlussrang bedeutete für mich die Höchststrafe.

Mit etwas Abstand betrachtet kann ich jedoch auch einige positive Punkte und Erfahrungen mitnehmen. Bereits am kommenden Wochenende bietet sich die Gelegenheit es am nächsten Weltcup im französischen La Bresse besser zu machen.

Dies motiviert mich um weiter hart zu trainieren. Rennen vor tausenden von begeisterten Zuschauern.

An dieser Stelle möchte ich meiner Teamkollegin Sina Frei ganz herzlich zu ihrem ersten Weltcup-Sieg in ihrem ersten U23-Weltcup-Rennen gratulieren. Eine unglaubliche Leistung!!!



        




Mittwoch, 11. Mai 2016

EKZ Cup - Schwändi

Nach drei rennfreien Wochen musste in meiner Vorbereitung auf den ersten Weltcup dieses Jahres ein Wettkampf her. Da kam mir gerade recht, dass der EKZ Cup von Schwändi auf den 8. Mai verschoben werden musste. Zusammen mit meinem Teamkollegen Casey entschlossen wir uns kurzerhand daran teilzunehmen.

Mit dieser Idee waren wir offenbar nicht alleine und so standen auch einzelne Top Elite Fahrer am Start. Diese machten gleich von Beginn weg Tempo doch Casey und ich konnten uns gut positionieren und kämpften bis zur Rennhälfte um einen Podestplatz.

Foto: Michael Suter/lightmoment.ch/traildevils.ch


In der zweiten Hälfte mussten wir dann jedoch zwei Fahrer passieren lassen. In einem der letzten Aufstiege hatte Casey noch etwas mehr Power und distanzierte mich um entscheidende Sekunden. So belegten wir die sehr guten Plätze 5 und 6.

Nun freue ich mich auf den UCI Weltcup im deutschen Albstadt, welcher am Sonntag, 22. Mai stattfindet. Die Strecke ist genau nach meinem Geschmack und auch für die Zuschauer sehr gut angelegt, da hier die Fahrer mehrere Male pro Runde gesehen werden. Dadurch ist die Stimmung, welche durch die Event-Speaker noch weiter angeheizt wird, immer top. Die knapp zweistündige Reise auf die schwäbische Alp kann ich jedem nur empfehlen und ich würde mich freuen, einige Schweizer Fans dort anzutreffen.  




Montag, 18. April 2016

Swiss Bike Cup, Buchs

Gestern Sonntag herrschten in Buchs die besten Bedingung für spannende Bike Rennen. Es galt pro Runde 186 Höhenmeter zu überwinden, rasante Abfahrten erforderten höchste Konzentration und es regnete praktisch unaufhörlich (okay - es schneite wenigstens nicht wie vor zwei Jahren :-)), was die Trails sehr glitschig machte.

Voller Vorfreude stand ich nun am Start. Dieser gelang mir sehr gut und ich investierte viel am Startaufstieg, um als einer der Ersten in die Trails gehen zu können. Damit wollte ich verhindern, dass ich in den Trails hinter langsameren Fahrern blockiert werde, während die Spitze bereits davon zog. Dies klappte recht gut, doch nach einer kurzen Laufpassage kam ich nicht recht in die Klicks und schon huschten zwei drei Fahrer vorbei. Prompt wurde ich vor allem in den Abfahrten etwas ausgebremst und passierte als 6. nach der ersten Runde bei Start/Ziel.

In der zweiten Runde merkte ich dann zu Beginn etwas den schnellen Start und nachfolgende Fahrer rückten auf. Als sich meine Beine dann wieder bereit meldeten gab ich gas. Immer wieder gab es harte Zweikämpfe und ich schob mich Rang um Rang nach vorne.

Foto Jürgen Grünwidl

In der letzten von sechs Runden fightete ich zusammen mit Bruno Vitali um den zweiten Rang. Leider konnte ich im Aufstieg sein Tempo nicht mehr ganz mithalten und in der Abfahrt hatte ich dann etwas Mühe klar zu sehen, weil meine Augen voller Dreck waren. Dadurch gelang es mir nicht mehr den Rückstand wett zu machen. So kam ich mit nur 56 Sekunden Rückstand auf den Sieger als Dritter ins Ziel.

Überglücklich im Ziel (Foto Jürgen Grünwidl)
Das Podest der U23-Kategorie von links: 2. Bruno Vitali, 1. Filippo Colombo und ich als 3.
In diesem Rennen ist wirklich alles aufgegangen und mit meiner Leistung bin ich sehr glücklich. Nun freue ich mich auf einen harten Trainingsblock, um an den ersten Saisonhöhepunkten, den Weltcups im deutschen Albstadt Mitte Mai und eine Woche später im französischen La Bresse, bereit zu sein.  

Montag, 11. April 2016

Deutsche Bundesliga, Bad Säckingen

Die deutsche Bundesliga startete in diesem Jahr in Bad Säckingen. Das Cross Country Rennen vom Sonntag hatte die höchste Rennkategorie und somit war das rund 80 köpfige Feld absolut erstklassig und international.

Am Samstagabend hatte der Veranstalter noch ein Elite Short Race Rennen ausgeschrieben. Auf kurzen 1.5 km Runden machen maximal 30 Fahrer den Sieger unter sich aus. Der Parcour ist sehr übersichtlich und muss 12 Mal absolviert werden. Das Tempo ist sehr hoch und es kommt immer wieder zu Sprints.
Da die Rennen vom Sonntag keine Selektionsrennen waren, entschlossen wir im Team kurzfristig, mit Tim, Casey und mir an diesem Rennen teilzunehmen und neue Erfahrungen und Trainingsreize zu schaffen. In Folge der vielen Anmeldungen mussten wir noch einen Qualifikationslauf über 4 Runden bestreiten - den alle gut überstanden und in den Final einzogen. Leider war ich beim Finallauf einen Augenblick zu spät bei der Startaufstellung und verpasste so meinen Aufruf zum Start, den ich aus der ersten Startreihe hätte machen können. So stand ich dann dummerweise am Schluss des Feldes - was wie ich merkte ein riesiges Handicap war. Denn hier standen Sprinter am Start und die gehen ab wie von den Bienen gestochen :-). Trotzdem konnte ich gleich etwa 10 Ränge gut machen, bevor es in die Trails ging. In diesem Bereich war dann überholen Fehlanzeige.

@Foto Jürgen Guenwidl

Wenig später auf dem ca. 400m Strassenstück vorbei an Start und Ziel sprinteten dann wieder alle was das Zeug hielt. So ging es 12 Runden lang. Die Beine glüten und der Puls war im hochroten Bereich. In jeder Runde konnte ich etwa einen Fahrer überholen. In der letzten Runde rutschte mir dann plötzlich in einer Kurve das Vorderrad weg und ich stürzte. Dabei prellte ich mir heftig das Knie. Ich kämpfte mich weiter und rettete meinen 9. Rang ins Ziel. Trotz dem Zwischenfall, der mir noch ein Besuch im Sanitätszelt bescherte, war es ein einmaliger Event. Spannende Zweikämpfe, aufpeitschende Musik, einen tollen Speaker, viele anfeuernde Zuschauer und die tolle Platzierung machten dieses Rennen zu etwas speziellem.

Doch wie würde sich dies auf das harte Rennen vom Sonntag auswirken? Gutes ausrollen, feines Essen und ausreichend Schlaf mussten genügen.

Der Sonntag zeigte sich dann von der schönsten Seite. Um 11.00 Uhr stand ich bereits wieder am Start - diesmal etwa in der Mitte des Feldes. Der Start gelang mir sehr gut, doch beim ersten Singletrail war dann anstehen angesagt. Plötzlich zerrissen Fahrer die Absperrbänder und fuhren ausserhalb der Strecke an dem Stau vorbei. Durch diese Regelwidrigkeit und Unsportlichkeit verlor ich (und weitere Fahrer) leider viele Plätze. In der Folge machte ich wieder Plätze gut, doch die Strapazen vom Vortag machten sich ab Rennhälfte, wenn ich sonst noch zulegen kann, arg bemerkbar.

@Foto Jürgen Gruenwidl
Mir fehlte die Power und ich kam nicht wie gewohnt vorwärts. Unter diesen Voraussetzungen ist der 30. Schlussrang in diesem Top-Feld ganz okay.

Ganz herzlich Dank den vielen Zuschauern und dem Veranstalter für die tolle Atmosphäre. Nun freue ich mich auf das Rennen vom kommenden Wochenende in Buchs und hoffe, dass ich das Top-Ergebnis der letzten Durchführung wiederholen kann.
    

Montag, 4. April 2016

Swiss Bike Cup - Rivera

Gestern Sonntag wurde die Schweizer MTB-Serie "Swiss Bike Cup" in Rivera gestartet. Ein internationales Feld aus rund 80 Fahrer hatte sich für die neu geschaffene U23-Kategorie gemeldet.

Aus der 3. Startreihe ging ich ins Rennen und kam gut weg. Ich fühlte mich nach den diversen Trainings auf der anspruchsvollen Strecke sehr gut und nutzte gleich jede mir bietende Möglichkeit um nach vorne zu fahren.

Teamspirit (Foto @Jürgen Grünwidl)
Kurz vor einem grösseren Sprung griff ich zwei vor mir liegende Fahrer an, als der Eine plötzlich an einer Wurzel hängen blieb und mich blockierte. Dabei musste ich kurz aus dem Klickpedal und anhalten - fuhr dann jedoch gleich weiter. Dummerweise klickte das Pedal nicht richtig ein und ich konnte deshalb zu wenig Geschwindigkeit vor dem Sprung aufbauen. So sprang ich genau in den Landehügel und flog über den Lenker. Nachdem ich mich wieder etwas sortiert und geschüttelt hatte, preschte ich wieder los. Durch diesen Zwischenfall in der Startphase des Rennens fiel ich weit zurück. Ich brauchte fast eine Runde, bis ich mich gesammelt hatte. Doch dann griff ich wieder an. Rang um Rang kämpfte ich nach vorne und erreichte zum Schluss den 15. Rang.

Schnelle Linie auf einer der technischen Schlüsselstellen (Foto @Jürgen Grünwidl)

Eigentlich bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden und ich fühlte mich sehr stark - doch durch den Zwischenfall konnte ich die angestrebte Top10-Platzierung leider nicht erreichen.

Zum Glück habe ich mich beim Sturz nicht verletzt. So besteht bereits am kommenden Wochenende in Bad Säckingen die Möglichkeit, es besser zu machen.

Montag, 14. März 2016

Erneut erfolgreich in Niederhelfenschwil

Fast schon traditionell startete ich gestern Sonntag in Niederhelfenschwil die Saison auf Schweizer Boden. Bei bissiger Biese standen rund 80 Fahrer am "weltweit spektakulärsten Start zu einem Bikerennen" - so der Speaker :-). Unter den Teilnehmern waren wiederum ein paar namhafte Athleten und so war klar, dass die Wiederholung des Vorjahressieges schwer sein würde. Dies vor allem, da mir vom Vortag noch ein Hockeyturnier in den Beinen steckte.

Der Start gelang mir mässig doch nach einer halben Runde hatte ich zur Spitzengruppe aufgeschlossen.

Fight am Anstieg mit Jürg Graf und Fabian Paumann.
Bereits in der dritten von zwölf Runden griff der spätere Sieger Thomas Schmid an und ich hängte mich an sein Hinterrad. Unerbittlich drückte er aufs Tempo, so dass ich nach einer weiteren Runde abreissen lassen musste. Ich liess die Verfolgergruppe wieder zu mir aufschliessen. Als ich merkte, dass ich einen Grossteil der Führungsarbeit selbst erledigen musste, griff ich wieder an und versuchte mein Glück alleine.



Wenig später hatte sich auch Paumann abgesetzt und zu mir aufgeschlossen. Leider musste ich auch ihn etwas später ziehen lassen. So sicherte ich mir den hervorragenden dritten Schlussrang.

Das strahlende Podest von links: Fabian Paumann, Thomas Schmid und ich 


  

Dienstag, 1. März 2016

Sunshine Cup Etappenrennen, Zypern

In diesen Jahr haben wir das Teamtrainingslager des jb BRUNEX Felt Teams in Zypern durchgeführt. Der Grund lag an der Teilnahme am Sunshine Cup – einem 4 tägigen Etappenrennen der höchsten Rennkategorie, welches aus einem Prolog, zwei Marathonrennen und einem abschliessenden Cross Country Rennen bestand. Ein happiges Programm, mit welchem wir uns nach dem langen Wintertraining wieder in den Rennmodus bringen wollten. Mit dieser Idee waren wir nicht alleine. Casey und ich starteten im top besetzten Elitefeld, welches aus rund 100 Fahrer aus 26 Nationen bestand, darunter Olympiasieger, Welt-, Europa- und Landesmeister. Rund ein Drittel des Feldes waren U23-Fahrer, welche jedoch zusammen mit der Elite gewertet wurden.

Die ersten Tage auf Zypern verbrachten wir mit Trainings und der Besichtigung der Strecken. Leider begrüsste uns die Insel am ersten Tag mit Regen, wodurch meine mitgebrachte, leichte Erkältung richtig heftig wurde. Mit allen Mitteln versuchten wir diese auf die Rennen hin wieder in den Griff zu bekommen, was einigermassen gelang.

Am Abend vor dem Prolog kam dann wieder das bekannte Kribbeln vor den Rennen. Obwohl ich mich auf diese Rennen nicht speziell vorbereitet habe war ich gespannt, wo ich etwa stehe.

Der Prolog bestand aus einem Zeitfahren über 3.5 km. Da ich noch praktisch keine Intervalltrainings absolviert hatte, hatte ich auch entsprechend Mühe mit der hohen Intensität und der Spritzigkeit. Der 65. Rang war dann für mich eher positiv und die Zeitabstände waren sehr gering. Also alles im grünen Bereich.

Time Trail durch die Gassen... 
... und über schöne Singletrails
Der Marathon am zweiten Tag war dann eher auf meine bisherigen Trainings zugeschnitten und ich freute mich auf die 50 km und 2000 Hm. Nach dem Start im langen Aufstieg auf der Strasse positionierte ich mich gleich vorne im Feld, um dann als einer der Ersten in die Trails fahren zu können.

Bis zu diesem Zeitpunkt ging mein Plan voll auf. 

Kurz vor diesen Trails sprintete dann das Feld los und mir fehlte abermals etwas die Spritzigkeit. So ging mein Plan nicht auf und ich wurde in den Trails im hinteren Teil des Feldes eingebremst. Doch kurze Zeit später hatte ich meinen Rhythmus gefunden und machte mich zusammen mit einem Schweden auf die Verfolgung.


Immer wieder fuhren wir auf Gruppen auf und konnten diese hinter uns lassen. Die Trails waren traumhaft, meine Beine voller Power und mein neues Fully, das Felt Edict FRD, einfach der Hammer. So erreichte ich den 46. Rang und stiess auch in der Gesamtwertung auf den 46. Rang vor.

Der Marathon am dritten Tag hatte etwa dieselbe Distanz und Höhenmeter. Wieder lief es sehr gut. Mit der Zeit spürte ich jedoch die Strapazen vom Vortag und die letzten Anstiege waren brutal hart. Ich biss mich durch und erreichte den 48. Rang, was mich in der Gesamtwertung weiter nach vorne auf den 43. Rang brachte.

Tolles Panorama und schöne Trails 

Im abschliessenden Cross Country Rennen wollte ich dann den Sprung in die besten 40 Fahrer und somit in die Punkteberechtigten Ränge schaffen. Ich wusste, dass ich dafür einen Spitzentag benötigte - zum einen um den Rückstand zu den vor mir liegenden Fahrer wett zu machen und zum anderen die hinter mir platzierten Fahrer mit klingenden Namen nicht an mir vorbei ziehen zu lassen. Die Strecke war mit den vielen Richtungswechseln sehr Kräfte raubend. Mit den vielen Kilometer in den Beinen ein hartes Stück Arbeit.


Harter Fight um jeden Platz

Ich gab jedoch nochmals alles und war schlussendlich mit dem 46. Rang im Tagesklassement sehr zufrieden. In der Schlusswertung verblieb ich auf dem ausgezeichneten 43. Schlussrang – hauchdünn hinter den Punkten. Wenn man nur die U23-Fahrer betrachtet belegte ich die 7. Position.

Das Trainingslager und die Teilnahme am Sunshine Cup war eine super Erfahrung. Mit meinem Ergebnis bin ich absolut zufrieden und es zeigt mir, dass ich einen weiteren Schritt machen konnte und auf dem richtigen Weg bin. Nach ein paar Ruhetagen erfolgt nun der weitere Saisonaufbau, bevor es in etwa einem Monat mit den ersten Swiss Cup Rennen richtig los geht.

Speziell danken möchte ich Joe, Lisa, Simone und Reto für die tolle Unterstützung!